Warning: Parameter 1 to wp_default_scripts() expected to be a reference, value given in /www/htdocs/w01229e9/wp-includes/plugin.php on line 571

Warning: Parameter 1 to wp_default_styles() expected to be a reference, value given in /www/htdocs/w01229e9/wp-includes/plugin.php on line 571

Warning: Illegal string offset 'output_key' in /www/htdocs/w01229e9/wp-includes/nav-menu.php on line 604
liebepolitiker

Mich und auch meine Kolleginnen und Kollegen erreichen viele Briefe und Mails. Manche sind persönlich, andere sprechen Themen an, die viele Leute beschäftigen. Bei Themen, die viele Leute interessieren, veröffentliche ich hier (natürlich anonymisiert) die Mail und meine Antwort dazu:


THEMA SCHULGESETZ


Januar 2017
Sehr geehrte Frau …, sehr geehrte Frau …,

haben Sie vielen Dank für Ihren Brief zum Thema Schulgesetz. Ich muss mich zuerst entschuldigen, dass es mit der Antwort etwas länger gedauert hat: Die letzten Wochen des letzten Jahres waren arbeitsreich und so ist mir zu wenig Zeit geblieben.

Sie schreiben, dass es viel zu ruhig um die Novellierung des Schulgesetzes ist. Ich kann Ihren Eindruck nachempfinden. Allerdings: Die Ruhe gab es nur außerhalb des Landtages. Gerade die Monate von September bis November waren aus meiner Sicht sehr intensiv zum Thema Schulgesetz – denn wir haben in vielen Sitzungen gemeinsam mit unserem Koalitionspartner am Gesetzestext gearbeitet.

Sie beschreiben völlig zu Recht, dass während der öffentlichen Diskussion sehr viele wichtige Hinweise aus den Reihen der Eltern, der Lehrkräfte und der Verbände zusammengetragen worden sind. Gerade deshalb dauert es momentan so lange. Denn es ist uns ein wichtiges Anliegen, möglichst viele dieser Hinweise im Gesetz auch aufzunehmen.

Sie befürchten, dass mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gesetz nach der „Basta-Methode“ verabschiedet werden soll und die Hinweise alle nicht dort angekommen sind, wo sie eigentlich hin sollten und daher auch nicht weiterverarbeitet werden. Liebe Frau … – gerade weil wir genau das verhindern wollen, gibt es noch keine Einigung zum neuen Schulgesetz, genau deshalb dauert es eben so lange.

Ich will auf Ihre konkreten Fragen eingehen und schreibe die Antwort jeweils darunter:

Wie ist der momentane Stand?
CDU-Fraktion und SPD-Fraktion erarbeiten gemeinsame Änderungsanträge. Bei manchen Themen sind wir uns schon einig und haben bereits den Wortlaut der geplanten Änderung vorliegen (z.B. bei einer Neugestaltung des Erziehungs- und Bildungsauftrags), bei anderen Themen haben wir grundsätzlich ähnliche Vorstellungen, sind aber noch über den Detail des Wortlauts uneinig (z.B. beim Thema Inklusion), bei wieder anderen Themen sind wir grundsätzlich verschiedener Auffassung, so dass noch gar kein gemeinsamer Wortlaut besteht (z.B. Schulen im ländlichen Raum, längeres gemeinsames Lernen, mehr Eigenverantwortung an Schulen).

Wie wird das Gesetz geändert bzw. was wird als Gesetz festgeschrieben?
Hier muss ich Sie – siehe oben – um Verständnis bitten, das wissen wir noch nicht.

Was kommt erneut wieder als „Kannbestimmung“ rein, das sich dann am Ende, erneut als Gummiparagrafen herausstellen wird?
Hier den ganzen Gesetzestext wiederzugeben würde den Rahmen sprengen, ich will es mit einer grundsätzlichen Antwort versuchen: Eine „Kannbestimmung“ ist aus unserer Sicht nicht per se schlecht oder gut, sondern es gibt gute und schlechte Kannbestimmungen. Wir möchten gern erreichen, dass überall dort, wo es um Ressourcen geht, keine Kannbestimmungen stehen, sondern so viel Verpflichtung und Verbindlichkeit wie möglich. Und dass überall dort, wo es um Eigenverantwortung der Schulen geht, so viele Kannbestimmungen wie möglich da sind, damit die Schulen mehr Freiräume erhalten.

Wie soll der ländliche Raum gestärkt werden?
Wir möchten gern erreichen, dass das derzeit geltende Schulschließungsmoratorium im Gesetz verankert wird, dass es also möglich ist, einzügige Grund- und Oberschulen mit verringerten Mindestschülerzahlen sowie zweizügige Gymnasien zu führen, damit man alle Schulstandorte im ländlichen Raum erhalten kann. Eine große Stärkung des ländlichen Raumes wäre aus unserer Sicht auch die Ermöglichung des längeren gemeinsamen Lernens, also die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen.

Festschreibung im Gesetz, auf Möglichkeit der 2-Zügigkeit der Gymnasien / ländlicher Raum!
Ja, siehe oben.

Losverfahren abschaffen!
Es wird sich im Einzelfall nicht vermeiden lassen. Aber wir möchten gern dafür sorgen, dass es möglichst gar nicht zum Losverfahren kommt. Zum Beispiel dadurch, dass der jahrgangsübergreifende Unterricht auch in einzelnen Fächern in der Sekundarstufe ermöglicht wird und nicht nur an den Grundschulen. Oder auch durch die verbindliche Festschreibung von Ressourcen.

Klassenteiler!
Eine prinzipielle Absenkung des Klassenteilers wäre auf jeden Fall wünschenswert. Allerdings: In der jetzigen Situation mit steigenden Schülerzahlen und Lehrkräftemangel ist das nicht zu leisten. Was wir im Gesetz festschreiben möchten, ist ein niedrigerer Klassenteiler bei Inklusion, damit man weg kommt von der unverbindlichen Integrationsverordnung hin zu einer klaren und verbindlichen Regelung, dass jeder Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit einem höheren Faktor in der Klassenbildung zählt. Wünschenswert wäre es aus unserer Sicht auch, den Klassenteiler von Oberschulen abzusenken, um diese Schulform besonders zu stärken – aber ich muss ehrlich sagen, dass ich skeptisch bin, ob das gelingen wird. Am Ende braucht das Gesetz eine Mehrheit im Parlament…

Schulleiter und Lehrer stärken!
Hier sind wir beim Thema „Kannbestimmungen“. Ich finde, dass Schulen mehr „können“ müssen, d.h. dass ihnen mehr Entscheidungen selbst überlassen bleiben (zum Beispiel die Gestaltung der Stundentafel über das Schuljahr hinweg, die Bildung von Klassen und Kursen, die Einstellung von Lehrkräften …). Das würde die Schulleitungen und die Lehrkräfte stärken.

Keine zusätzliche Macht an die bestehenden SBAs verteilen. Hier ist besonders das Verhalten der SBAs nochmals zu prüfen.
Das korrespondiert mit dem vorhergehenden Punkt. Sachsen hat ein stark zentralistisch verwaltetes Schulsystem. Wir möchten gern erreichen, dass die Schulen gemeinsam mit den Schulträgern mehr selbst entscheiden können und die SBAs eine mehr unterstützende statt steuernde Rolle einnehmen. Das macht Änderungen im Gesetz erforderlich, zum Beispiel bei der Schulnetzplanung, der Einrichtung von Grundschulbezirken, den Eingriffsbefugnissen der Schulaufsicht u.ä.

Lehrermangel beseitigen!
Dieser Punkt ist wichtig – aber im Schulgesetz nicht zu regeln. Wir haben Ende Oktober das Lehrermaßnahmepaket auf den Weg gebracht und hoffen, dass damit wichtige Voraussetzungen für die Beseitigung des Lehrermangels geschaffen sind.

Lehrplanentmüllung ist wichtiger denn je!
Da haben Sie uns absolut auf Ihrer Seite. Zwar ist auch das nicht Bestandteil des Schulgesetzes, aber wir drängen immer wieder und an vielen Stellen darauf, dass die Lehrpläne schlanker und alltagstauglicher werden – und auch hier den Lehrkräften mehr Freiraum gegeben wird.

Sehr geehrte Frau …, sehr geehrte Frau …,
ich stehe Ihnen auch gern für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um zu diesen und anderen Punkten miteinander in Austausch zu kommen. Eines kann ich Ihnen versichern: Die Beratungen zum Schulgesetz dauern nicht deshalb so lange, weil man einfach ein Basta-Gesetz verabschieden will. Im Gegenteil: Wenn’s so liefe, wäre das Gesetz schon lange beschlossen. Gerade weil wir viele der Anregungen mit aufnehmen wollen, gerade weil wir mit dem Regierungsentwurf noch nicht zufrieden waren, gerade weil wir erst dann ein Gesetz beschließen wollen, wenn es auch wirklich inhaltlich gut ist – gerade deshalb ist noch kein Schulgesetz beschlossen.

Wir haben in den letzten Wochen mit viel Energie und Einsatz am Gesetzestext gearbeitet – und werden das auch weiterhin tun. Am Ende braucht ein solches Gesetz immer eine parlamentarische Mehrheit, und in unserer Koalitionsregierung eine Einigung zwischen CDU und SPD. Wir hoffen, dass eine solche Einigung bald gelingen wird.

Freundliche Grüße
Sabine Friedel


THEMA OBERSTUFE / ABITUR


Dezember 2016
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich mich über folgenden Sachverhalt bzw. über folgende Entscheidung, dass die Neuerung im Schulgesetz u.a. auf Grund von mangelnder Einigung verschoben wird, beschweren. Vorgesehen war eine Änderung des Schulgesetzes hinsichtlich der Anzahl der Klausuren und der Möglichkeit eine Fremdsprache (Englisch oder Latein/Französisch) oder eine Naturwissenschaft (Biologie, Chemie oder Physik) abzuwählen.

Ich möchte mit meiner Petition eine schnellstmögliche Einigung beider Parteien erreichen, die für eine Verschiebung verantwortlich sind, damit das Schulgesetz schnellstmöglich beschlossen wird und noch im Schuljahr 2017/2018 in Kraft treten kann.

Diese Beschwerde richtet sich gegen das Kultusministerium und den Sächsischen Landtag, die eine Verzögerung in der Entscheidung um das Schulgesetz erreicht haben. Ich habe keinerlei Verständnis gegenüber solch einer Entscheidung und schon gar nicht gegenüber einer Verzögerung. Daher fordere ich eine schnellstmögliche Einigung und die Veränderung des Schulgesetzes zu Gunsten der Schüler.

Da ich als Schüler der 10. Klasse absolut in der Lage bin diese Situation zu beurteilen und in den immer zunehmenden Leistungsdruck involviert bin, möchte ich eine schnellstmögliche Änderung des Schulgesetzes zu Gunsten der Schüler. Gerade in Zeiten der Globalisierung, ist es für mich unverständlich 7 Jahre lang Latein zu haben, zumal Latein mit 3 Wochenstunden im Lehrplan vertreten ist und somit auch einen hohen zeitlichen Aufwand bedeutet. Daher fände ich die Entscheidung, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft (Biologie, Chemie oder Physik) abwählen zu können, mehr als sinnvoll. Außerdem ist es für Realschüler, die einen Schulwechsel anstreben, deutlich einfacher auf ein Gymnasium zu wechseln, da sie keine 2. Fremdsprache (Französisch oder Latein) erlernen müssten. Somit wären die Möglichkeiten der Realschüler ein Abitur zu machen, deutlich einfacher. Des Weiteren ist durch eine Abwahl eines dieser genannten Fächer eine bessere und effizientere Spezialisierung auf eigene Interessensgebiete möglich.

Eine Entlastung hinsichtlich der Anzahl der Klausuren an sächsischen Schulen, wäre für Schüler, die statistisch gesehen von Deutschen Schülern mit am stärksten von Zeit- und Leistungsdruck betroffen sind, nur logisch. Für mich ist auch die Tatsache, dass der Biologie Leistungskurs, auf Grund von Fachlehrermangel noch nicht eingeführt werden kann, unter keinen Umständen ein Grund, alle vorgesehenen Änderungen fallen zu lassen. Daher bitte ich nochmals DRINGEND um eine zeitnahe Zusammensetzung und einen neuen Beschluss sowie die Durchsetzung des neuen Lehrplans.

Man kann nicht die Schüler verantwortlich machen, für die Unfähigkeit einer Einigung beider Partein…

————

Sehr geehrte Frau … ,

vielen Dank für Ihre Mail an den Sächsischen Landtag, die an die Fraktionen weitergeleitet wurde. Als Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion will ich Ihnen antworten:

Bitte nicht übelnehmen – aber das, was Sie schreiben, stimmt leider nicht ganz: Die Frage, welche und wie viele Kurse man in der Oberstufe wählen muss, wird nicht im Schulgesetz geregelt. Das ist festgeschrieben in der “Schulordnung Gymnasien” (gibt’s hier: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/12517-Schulordnung-Gymnasien-Abiturpruefung). Über diese Schulordnung entscheidet nicht der Landtag, sondern das Kultusministerium alleine.

Inhaltlich haben Sie aber absolut Recht: Sie zählen alle wichtigen und guten Argumente für eine Veränderung dieser Verordnung auf. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, als die Kultusministerin in der Zeitung angekündigt hat, diese Verordnung verändern zu wollen. Und hoffe, dass sie das auch wirklich rechtzeitig hinbekommt.

Über das Schulgesetz sind wir uns tatsächlich noch nicht einig. Unter anderem, weil es um so wichtige Fragen wie den Erhalt von Schulen im ländlichen Raum geht, um digitale Bildung, um Schülermitwirkung oder auch die Möglichkeit von Schulen, mehr selbst zu entscheiden und weniger Vorgaben vom Ministerium zu bekommen. Wir von der SPD sind der Meinung: Das Gesetz wird verabschiedet, wenn es inhaltlich gut ist. Am Anfang des Jahres gab es einen großen Beteiligungsprozess: Viele Lehrer, Schüler und Eltern haben auf Dialogforen gesagt, was ihrer Meinung nach ins Gesetz soll. Und ich möchte, dass wir das im Parlament auch ernst nehmen und so viel wie möglich davon ins Gesetz aufnehmen. Das braucht seine Zeit – auch in der Diskussion mit anderen Fraktionen.

Liebe Frau …, ich hoffe wie Sie und viele andere Schülerinnen und Schüler, die uns schreiben, dass das Kultusministerium die Verordnung schnell ändert. Wie gesagt, das kann schon jetzt gemacht werden, solange das alte Schulgesetz noch gilt. Und es muss auch gemacht werden, selbst wenn das neue Schulgesetz schon gelten würde. Denn die Kurswahl und Zusammensetzung der Abiturnote ist nicht im Gesetz geregelt, sondern in der Verordnung.

Wenn Sie noch mehr Fragen haben, melden Sie sich einfach!

Beste Grüße
Sabine Friedel


THEMA LEHRERMASSNAHMEPAKET


(Oktober 2016)
Sehr geehrte Politiker,
nachdem ich mit viel Interesse die mir von Ihnen zur Verfügung gestellten, aber auch die von der Presse und im Internet veröffentlichten Materialien zum von der Staatsregierung beschlossenen Maßnahmepaket gelesen habe, muss ich feststellen: Ja- Bemühungen, die belastende Situation in den Schulen zu verändern sind erkennbar. Das muss man anerkennen.

SF: Dafür schon einmal Danke.

ABER,- nein, sie werden nicht ausreichen, um den Beruf attraktiver und anerkannter zu machen und schon gar nicht, um ältere Kollegen länger als bisher im Schuldienst zu halten. Ja, es ist großartig, dass endlich begriffen wurde, dass Grund- und Oberschullehrer besser bezahlt werden müssen. Es ist klasse, dass man gemerkt hat, dass es nur schwer machbar ist, 28 Unterrichtsstunden im Grundschulbereich zu halten. Eine Entlastung war längst überfällig. Ob man allerdings nur mit Geld die verfahrene Kiste wird retten können, bleibt abzuwarten. Und schon gar nicht so wie es jetzt angedacht ist. Die geplanten Geldzuwendungen sind nicht nachvollziehbar und führen zu Ungerechtigkeiten. Man wird den Eindruck nicht los, dass man eine Neiddebatte geradezu provozieren wird. Das schafft Unfrieden in den Lehrerzimmern!

SF: Es war eines unserer wichtigsten Anliegen, den Unfrieden in den Lehrerzimmern so weit es geht zu minimieren. Ich will kurz erklären, was uns bei diesem Punkt bewegt hat:

Ein Problem, das wir in Sachsen zu lösen haben, ist die Tatsache, dass unsere Einstiegsgehälter im bundesweiten Vergleich nicht konkurrenzfähig sind und wir deshalb junge Lehramtsabsolventen an andere Bundesländer verlieren. Die Gehaltslücke resultiert daraus, dass die Absolventen in allen anderen Bundesländern verbeamtet werden. So ist zwar das Tabellenentgelt in allen Ländern gleich (vgl. TV-L, Entgeltordnung, Tabelle 2016b mit E11 3.046,59 EUR bzw. E13 3.510,16 EUR). Aber für die Beamten bleibt mehr netto vom brutto und damit hat Sachsen einen Gehaltsnachteil auszugleichen.

Um diesen Gehaltsnachteil auszugleichen, gibt es verschiedene Wege. Einer davon ist die Verbeamtung der Lehrkräfte. Das wollen wir nicht, weil dieser Weg nicht nur volkswirtschaftlich aus unserer Sicht nicht sinnvoll ist, sondern eben ganz besonders viel Unfrieden in den Lehrerzimmern schaffen würde: Alle neu eingestellten Lehrkräfte würden verbeamtet, für die Bestandslehrkräfte über 40 Jahre wäre eine Verbeamtung ausgeschlossen und damit würden die Jungen in ihrem Netto sehr bald an den Alten vorbeiziehen und wir hätten eine wirkliche Zweiklassengesellschaft in den Lehrerzimmern.

Wenn man nicht verbeamten will, um die Gehaltslücke bei den Jungen zu schließen, bleibt nur die Zuschlagslösung, so wie sie jetzt im Paket vereinbart ist. Mit Hilfe der Zuschläge können wir die Lücke bei den Einstiegsgehältern schließen: Junge Absolventen in allen Schularten können einen bis zu zwei Stufenentgelte umfassenden Zuschlag erhalten. Das heißt konkret: Ein Lehramtsanwärter Grundschule bekommt als Einstiegsgehalt nicht mehr 3.046,59 EUR, sondern 3.611,29 EUR, das sind über 500 EUR mehr; ein Lehramtsanwärter Oberschule bei seinem Einstieg dann nicht mehr 3.510,16 EUR, sondern 4.105,15 EUR. Diese Zuschläge können maximal vier Jahre bezahlt werden. Die zeitliche Grenze haben wir eingezogen, um Unfrieden zu vermeiden, denn es kann ja nicht sein, dass Berufseinsteiger mehr verdienen als langjährige Kolleg/inn/en. Die Kolleg/inn/en, die seit vielen Jahren im Schuldienst sind und deshalb in der Erfahrungsstufe 5 eingestuft sind, erhalten in der Grundschule 4.515,70 EUR bzw. in der Oberschule 5.069,03 EUR.

Eines muss ich ganz ehrlich sagen: Das sind aus meiner Sicht gute Gehälter.

Früher sprach man mal von einem „ einheitlich handelnden Pädagogenkollektiv“, das an einem Strang zog und sich durchaus positiv auf das Schulleben auswirkte. Nun aber hat man vor, die Arbeit der Kollegen durch unterschiedliche Bezahlung wertzuschätzen. Glaubt man tatsächlich, dass dann die Lehrer, die wesentlich geringer von Ihnen wertgeschätzt werden, noch immer so engagiert und selbstlos als Wissensvermittler, Sozialpädagoge, psychologischer Berater, Berufsberater, Elternberater, Ausbilder für jüngere Kollegen oder Seiteneinsteiger, Förderer besonders talentierter Kinder oder einfach nur Vertrauter vieler Schüler tätig werden?

SF: Sind Sie bitte so gut und machen konkret, an welcher Stelle das Maßnahmenpaket eine Geringschätzung der von Ihnen angesprochenen Lehrkräfte beinhaltet?

Noch vor Jahren war die Rede von Leistungsprinzip. Jetzt scheint es, als sei es gut, nur superjung oder aus einem anderen Bundesland kommend zu sein, um angemessen entlohnt zu werden. All der Fleiß, die Mühe, die Kraft, die Erfahrung, die die bereits in den Schulen arbeitenden Kollegen über viele Jahre eingebracht haben und tagtäglich einbringen, zählen nicht, um honoriert zu werden. Das ist genau die fehlende Achtung, die ich in meinem vorherigen Schreiben erwähnte.

SF: Noch einmal zur Klarstellung: Keine „superjunge“ oder aus einem anderen Bundesland kommende Lehrkraft erhält ein höheres Gehalt als die Kollegen, die sich bereits über viele Jahre in den Schulen eingebracht haben. Die „superjunge“ oder aus einem anderen Bundesland kommende Lehrkraft wird lediglich schneller als bisher jene Gehaltsstufe erreichen, welche die bereits in den Schulen arbeitenden Kollegen bereits erreicht haben.

Sie sprechen außerdem an, dass all der Fleiß, die Mühe, die Kraft und die Erfahrung, die alle Kollegen einbringen, honoriert werden sollen. Natürlich wird all das honoriert – genau wegen ihrer langjährigen Tätigkeit haben die Kolleginnen und Kollegen die Erfahrungsstufe 5 und damit (z.B. bei Ihnen im gymnasialen Bereich) einen Bruttolohn von 5.069,03 EUR. Das ist ein gutes Gehalt. Und weil Geld trotzdem nicht alles ist, gibt es weitere Anerkennungen, beispielsweise in Form von Altersermäßigungen oder Anrechnungsstunden für besondere Funktionen und Aufgaben.

Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass es auch in den Foren und Blogs vonseiten zahlreicher Lehrer aus allen Bereichen Fragen und Kritik, aber auch Unmuts-äußerungen gibt. ( nachzulesen auf www.sachsen-macht-schule.de ) Immer wieder spielt das Thema Ungerechtigkeit eine Rolle. Hier besteht Handlungsbedarf! Sehr geehrte Politiker! Das muss Ihnen zu denken geben! Mich bewegen viele Fragen, die sich in erster Linie natürlich auf die Tätigkeit im Gymnasium beziehen. Wie steht es um die Wertschätzung der vielen Kollegen, die seit Jahrzehnten im sächsischen Schuldienst arbeiten? War nicht von Entlastungen die Rede?

SF: Ja, von Entlastungen war die Rede und ja, in diesem Maßnahmepaket sind auch Entlastungen vereinbart. Für die heute älteren Kollegen gibt es eine zusätzliche Altersermäßigungsstunde ab dem 63. Lebensjahr. Für alle gibt es die Möglichkeit, mit einem Arbeitszeitkonto die eigene Arbeitszeit flexibler zu gestalten und damit Belastungen zu reduzieren. Und mit dem SMK ist ein Weg vereinbart worden, unter Beteiligung der Fachberater und des Hauptpersonalrats konkrete Entlastungen z.B. bei Korrekturen, besonderen Leistungen / Leistungsfeststellungen u.ä. zu erreichen.

Glaubt man tatsächlich, Lehrer länger halten zu können, indem man zwar Altersabminderungsstunden fortschreibt , sie aber klammheimlich für einen späteren Zeitpunkt- immerhin 3 Jahre!- festsetzt.

SF: Klammheimlich festsetzt? Diesen Punkt verstehe ich nicht. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass mit dem Paket eine Vereinbarung getroffen wird, dass beim Thema Altersermäßigungen und Pflichtstundenmaß damit Schluss ist – Schluss mit Gerüchten, Schluss mit Drohungen und Schluss mit weiteren Belastungen. Deshalb ist klar und deutlich vereinbart worden, dass mindestens bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020 KEINE weiteren Veränderungen vorgenommen werden. Ich halte das für einen wichtigen und guten Punkt und kann nicht nachvollziehen, welche sachliche Kritik Sie mit der Beschreibung als „klammheimliche Festsetzung“ meinen.

Haben Sie, sehr geehrte Politiker, mal nachgerechnet, was der Freistaat durch die Vergabe einer Altersabminderungsstunde zu einem späteren Zeitpunkt spart ? Allein an meiner Schule betrifft es 20!!! Kollegen, die nun bis zu ihrem 58. Lebensjahr arbeiten müssen, um in den „Genuss“ einer wohlverdienten Altersabminderungsstunde zu kommen. Im Prinzip bedeutet diese Maßnahme, dass eine Umverteilung des Geldes stattfindet, indem man das Geld durch MEHRbelastung der nicht mehr ganz jungen Kollegen spart, um es für die jüngeren Kollegen auszugeben. Ist das gerecht ? Ist das die Entlastung, von der permanent die Rede war ? Will man so wirklich ältere Lehrer länger im System halten können ?!

SF: Es ist ja alles immer eine Frage der Betrachtungsweise… Lehrkräfte haben, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, ein 40stündiges Arbeitsverhältnis mit einem gesetzlich festgelegten Renteneintrittsalter. Das ist erst einmal der Ausgangspunkt. Der Freistaat Sachsen und auch andere Bundesländer machen als Arbeitgeber das, was auch andere Arbeitgeber machen: Sie nehmen auf die im Alter abnehmende Leistungsfähigkeit Rücksicht. Für Lehrkräfte, die bereits heute 55 Jahre alt sind, werden die bisherigen Altersermäßigungen beibehalten. Außerdem wird eine zusätzliche Anrechnungsstunde ab dem 63. Lebensjahr gewährt. Für jene Lehrkräfte, die heute noch nicht 55 sind, werden die Altersermäßigungen umgebaut und damit auch an das spätere Renteneintrittsalter angepasst. Neun Jahre, bevor man das gesetzliche Rentenalter erreicht, bekommt man künftig die erste Altersabminderungsstunde. Sieben Jahre vor Renteneintritt die zweite. Und sechs Jahre vor Renteneintritt bereits eine dritte. Ich sehe die von Ihnen benannte Ungerechtigkeit nicht.

Die beachtlichen Erfolge des sächsischen Bildungssystems, die gern von der Sächsischen Staatsregierung genannt werden, wenn es darum geht, sich gegenüber anderen Bundesländern oder Staaten ins gute Licht zu setzen, hat man der unermüdlichen, konsequenten, permanent auf Veränderungen reagierenden fleißigen Arbeit der Lehrer, die schon seit Jahren in den Schulen arbeiten, zu verdanken. Ist es da nicht langsam an der Zeit, das anzuerkennen und zu honorieren? Wo bleibt das Maßnahmepaket für ältere Kollegen?

SF: Im Maßnahmepaket wird nicht nur etwas für die jungen Lehrkräfte getan, sondern auch vieles für die älteren Kollegen. Ich will hier noch einmal aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte aufzählen:

  • Ab dem 63. Lebensjahr können ältere Kolleg/inn/en ein bis zu 20 Prozent höheres Entgelt bekommen, wenn bis zu ihrem gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten. Das sind bis zu 700,00 EUR monatlich mehr, so dass sich das Gehalt auf 5.800,00 EUR erhöht.
  • Ab dem 58. Lebensjahr erhalten ältere Kolleg/inn/en eine Altersabminderungsstunde, ab dem 60. Lebensjahr eine zweite, ab dem 61. Lebensjahr eine dritte.
  • Die älteren Kolleg/inn/en können von der Einrichtung eines Arbeitszeitkontos besonders profitieren, das es ihnen ermöglicht, durch Mehrarbeit heute zusätzliche, über die bereits gewährten Stunden hinausgehende Altersermäßigungen anzusparen.
  • Die älteren Grundschulkolleg/inn/en erhalten durch das Absenken des Regelstundenmaßes auf 27 Stunden praktisch eine verdeckte Gehaltserhöhung von rund vier Prozent.
  • Außerdem wurden Einzelnmaßnahmen wie Abordnungs- und Überlastungsschutz vereinbart.

Wann denkt man darüber nach, die 2 Wochenstunden, die man uns vor Jahren ” nur für kurze Zeit” bat zu übernehmen, wieder zu reduzieren? Können Sie mir dazu bitte genauere Angaben machen?

SF: Wenn ich in die Statistik der Kultusministerkonferenz schaue und dort die Übersicht zum Regelstundenmaß in den Bundesländern lese, dann ist Sachsen im absoluten „Mittelmaß“ – und das ist ja an dieser Stelle mal gut. In zwei Dritteln der Länder haben die Grundschullehrer ein Regelstundenmaß von 28 Stunden, im übrigen Drittel und jetzt auch in Sachsen sind es 27 Stunden. Bei den Oberschul- und Gymnasiallehrkräften schwankt die Verpflichtung – je nach Schulart – zwischen 25 und 27 Stunden, hier ist Sachsen mit den 26 Stunden auch „mittendrin“.

Wann macht man sich Gedanken über die Vergabe von Abminderungsstunden für Klassenleiter, Fachkonferenzleiter, für Anrechnungsstunden für die Betreuung von Klassenfahrten oder Exkursionen, für die unendlich zeitraubenden Erst-, Zweit- und Drittkorrekturen, die übrigens seit Jahren an Feiertagswochenenden stattfinden ? Wann streicht man Dinge wie die Durchführung von Kompetenztests, das Erstellen von Bildungsempfehlungen, die erst unlängst als rechtswidrig eingestuft wurden? Wann entlastet man Deutsch-, Mathe- und Englischlehrer, die ständig bei Studien, Kompetenztests Klasse 6 und 8, Besonderen Lernfeststellungen Klasse 10 gefragt sind und aus dem Korrigieren nicht mehr herauskommen? Wie stellt man sich die Entlastung der Kollegen vor, die mit großem Aufwand Studenten, Referendare und Seiteneinsteiger betreuen?

SF: Zum einen gibt es für eine Reihe dieser Aufgaben schulbezogene Anrechnungsstunden im Ergänzungsbereich – aber unser Problem ist, dass der Ergänzungsbereich derzeit nicht vollständig ausgereicht wird, weil uns die Lehrkräfte fehlen! Und hier sind wir wieder am Beginn unseres Dialoges: Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir alle Lehrkräfte entlasten können ist, dass wir überhaupt genug Lehrkräfte haben und deshalb müssen wir uns so anstrengen, die jungen Lehrer durch bessere Einstiegsgehälter in Sachsen zu behalten!

Zum anderen gibt es im Beschluss folgende Passage – und die meinen wir sehr ernst:
„Zur Reduzierung von Belastungen für die Lehrkräfte und Schulleitungen trifft das Staatsministerium für Kultus bis zum Schuljahresende 2016/17 geeignete Maßnahmen. Die Vorgaben der Schulordnungen sowie eingeführte Instrumente zur Dokumentation und Qualitätssicherung sind in ihrer Wirkung kritisch zu hinterfragen und nach einer entsprechenden Aufwand/Nutzen-Abwägung ggf. zu reduzieren. Die Erarbeitung der Maßnahmen erfolgt gemeinsam mit den Fachberatern. Der Lehrerhauptpersonalrat wird beteiligt.“

Ich sage mal ganz ehrlich: Zwischendrin in den Verhandlungen hatten wir schon einmal konkrete Festlegungen formuliert, welche Dinge künftig entfallen sollen. Und da waren einige der von Ihnen angesprochenen Punkte dabei. Aber ich habe dann selbst darauf gedrängt, diese konkreten Punkte wieder herauszunehmen, weil es aus meiner Sicht nicht sein kann, dass eine Runde von zehn Politikern solche schulfachlichen Dinge entscheidet, deren Konsequenzen wir kaum zu Ende übersehen können. Deshalb ist es am Ende die oben stehende Formulierung geworden, damit eben die Lehrkräfte selbst, die es am Besten wissen, sagen, wo die Entlastungen stattfinden sollen. In diesem Punkt liegt eine große Chance für die sächsische Lehrerschaft, in einem bisher nicht gekannten Maß ihre Vorstellungen von pädagogisch sinnvollen Maßnahmen umzusetzen. Bitte nutzen Sie diese Chance, wir werden Sie darin von hier aus sehr unterstützen, indem wir das SMK eng bei der Umsetzung dieses Punktes begleiten.

Übrigens- In Ihrem Maßnahmepaket kommen wir Gymnasiallehrer gar nicht vor! ( bis auf die Verschlechterungen für die noch unter 55jährigen! Auf dass die, die noch können, kaputtgespielt werden.) Das ist uns nicht entgangen! Das schmerzt, das kränkt, das frustriert! Ist unsere jahrzehntelange Arbeit nicht schätzenswert, um gar nicht erwähnt und beachtet zu werden ? Wir existieren förmlich nicht. Aber schon jetzt gehen 9 von 10 Lehrern vorzeitig. Das hat Gründe!!! Man ist ausgelaugt, abgekämpft, z.T. krank …und in Ihrem Denken findet wir einfach nicht statt!

SF: Das stimmt, im Maßnahmepaket gibt es (bis auf die Höhergruppierung der Schulleitungsämter) keine Maßnahmen, die nur für die Bestandslehrkräfte an Gymnasien ergriffen werden. Aber selbstverständlich sind alle von mir weiter vorn aufgezählten Maßnahmen – junge wie ältere Kollegen betreffend – auch für die Gymnasiallehrkräfte vereinbart. Dass es keine Höhergruppierung wie bei den Oberschullehrern gibt, liegt daran, dass die Gymnasiallehrkräfte schon in der höchsten Gruppe, der E13, sind. Dass es keine Absenkung des Regelstundenmaßes wie bei den Grundschullehrern gibt, liegt daran, dass das Regelstundenmaß am Gymnasium schon heute niedriger als an der Grundschule ist.

Im letzten Schreiben formulierte ich: In den Lehrerzimmern brodelt es…das hat nach Veröffentlichung der Materialien des „Rettungspakets“ nicht nachgelassen- im Gegenteil ! Der große Wurf ist Ihr Werk nicht, es ist ein Anfang. Es muss dringend nachgebessert werden! Sonst wird es unmöglich werden, die hehren Ziele der Rettung des sächsischen Schulsystem umzusetzen und zu erreichen. Werden Sie aktiv ! Der Anfang ist gemacht…..

SF: Wer in der Politik einen großen Wurf erwartet, der wird allzu oft enttäuscht werden. Dafür gibt es einfach in einer Demokratie zu viele und zum Teil auch zu unterschiedliche Interessen, die unter einen Hut gebracht werden sollen. Für die CDU ist etwas ganz anderes ein großer Wurf als für uns, für das Finanzministerium etwas ganz anderes als für das Kultusministerium. Und wenn Sie ehrlich sind und mal mit Ihrem Kollegium diskutieren, dann dürften schon Sie sich in der Schule mit allen ihren unterschiedlichen Perspektiven, Lebensaltern und Erfahrungen nicht unbedingt einig sein, was genau der große Wurf denn wäre.

Ich will hier einige Beispiele herausnehmen: Das Maßnahmenpaket sagt nichts zum Thema Zukunft der Lehramtsausbildung. Doch ich bin davon überzeugt, dass es hier ganz klare Veränderungen geben muss – hin zu einer Stufenausbildung, die dann auch die Grundlage für eine einheitliche Bezahlung der Lehrkräfte schafft. Und eine Ausbildung, die in weit größeren Maße Pädagogik und Didaktik in den Vordergrund stellt und die fachwissenschaftlichen Anforderungen dafür auf das im Schulunterricht notwendige Maß beschränkt.

Oder das Thema Stundentafel: Wir sind eines der Bundesländer mit der höchsten Unterrichtsverpflichtung für Schüler! Da müssen wir ran und müssen unsere Lehrpläne durchforsten und sortieren: Was braucht man wirklich, was ist verzichtbar? Wie schafft man mehr Zeit zum Einüben, zum Verstehen, zum kreativ sein und zum Fehler machen, aufspüren und korrigieren? Und welche Stoffe streiche ich, einfach weil es keinen Sinn macht, deren Auswendiglernen den Kindern abzuverlangen? Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu einem großen Wurf.

Und nicht zuletzt die Frage: Ist es wirklich klug, unsere Schüler so früh nach der 4. Klasse zu trennen und so aufwändig zwei Schulsysteme nebeneinander zu unterhalten – das der Oberschule und das des Gymnasiums – und würde man nicht nur den Kindern, sondern auch den Finanzen nicht viel besser gerecht werden, wenn unser Schulsystem Bildungsabschlüsse nicht nebeneinander, sondern aufeinander aufbauen anordnen würde?

Aber solche Themen sind nicht innerhalb eines Wochenendes verhandelt. Über solche Themen werden Wahlkämpfe geführt, Parteien schreiben dazu Positionspapiere und versuchen, die Bürgerinnen und Bürger von ihrer Idee des großen Wurfes zu überzeugen. Und bisher legen die Wahlergebnisse nahe, dass zumindest im Bildungsbereich keine großen Würfe gewollt sind – anders lässt sich die 25jährige Kontinuität hier nicht erklären.

Die Bitte „Werden Sie aktiv“ nehmen wir also gern auf. An vielen Stellen sind wir bereits aktiv, an anderen wollen wir uns gern noch mehr anstrengen. Und gleichzeitig gebe ich die Bitte auch zurück: Werden Sie gleichfalls aktiv. Wenn Sie der Meinung sind, dass unser Schulsystem grundsätzlichere Veränderungen braucht, dann kommen solche Veränderungen nicht von allein. Sie müssen gemacht werden – von uns allen.

Freundliche Grüße
Sabine Friedel